Unter der Oberfläche … Newsticker!

Zeichnung "Innerer Teufel" von Charlotte Randall

Der Beitrag zum Thema „Unter der Oberfläche“ von Charlotte Randall: Innerer Teufel

So, ihr lieben Kreativen!

Heute habe ich per Mail einen Beitrag von Charlotte Randall zum aktuellen Kreativen Freitag „Unter der Oberfläche …“ bekommen. Charlotte ist eine junge Schülerin/Künstlerin, die neulich per Mail Kontakt zu mir aufgenommen hat, um mir ein Bild „in Arbeit“ zu zeigen, das ohne den Kreativkick so nie entstanden wäre. Darüber habe ich mich so gefreut, dass ich euch das Bild hier vorstellen werde, wenn es fertig ist, weil es mich echt begeistert hat. Vielleicht zeigt Charlotte uns ja auch noch ein paar andere Arbeiten, in ihr schlummert wirklich Talent.

Gefreut habe ich mich über die Nachricht auch so, weil der Kreativkick Menschen dazu bringt, zu sagen „Ich lass jetzt einfach mal alles liegen und male ein Bild, das mir gefällt!“ Kunst-Hebamme zu sein ist einfach die schönste Berufung, die ich mir vorstellen kann! 😉

Dieser „Innere Teufel“ hat es wirklich in sich und passt super zum Thema! Dieser trotzige Blick in den funkelnden Augen ist einfach klasse! Und wie sieht es bei euch unter der Oberfläche aus?

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Welche Farbe hat dieses Kleid?

Welche Farbe hat das Kleid Karikatur Elisa Groka

Frau Hackbrettl ist ECHT genervt!

Liebe Freunde des Kreativen Freitags, stille Leser und Kleidergucker!

Eigentlich hatte ich diesen Beitrag als Kulturphänomen für Grokas Gazette geplant, aber da die Freitags-Maler und die, die es werden wollen, schon alle mit den Hufen scharren und sich die Nägel abkauen, bis das neue Thema kommt, gibt es jetzt ein kleines Gimmik für Zwischendurch. Wir widmen uns also der Frage: WELCHE FARBE HAT DIESES KLEID?

Zum ersten Mal wurde ich mit dieser Frage konfrontiert, als Iwan seinen Beitrag zum Kreativen Freitag „Ich kann so nicht arbeiten!“ einreichte. Einen Tag später kommt meine jüngere Tochter mit ihrem Handy in der Hand um die Ecke und fragt: „Mama, welche Farbe hat dieses Kleid für dich?“ Noch einen Tag später kommt meine ältere Tochter um die Ecke und sagt: „Boar, ist das Internet langweilig. Alle wollen nur wissen, welche Farbe hat das Kleid?“ Ich kam mir mächtig cool vor, als ich abgebrüht abwinken konnte. „Ach, das, ja, kenn ich!“ (Ich bin ja immer so stolz, wenn ich bei den jungen Dingern mitreden kann, hihi!)

Nach einer kurzen Diskussion über Stäbchen und Zäpfchen und was jetzt im Auge macht, was man wann wie bunt sieht, dachte ich dann, das Thema wäre abgearbeitet. Bis … ja. Bis ich mich zur Ruhe begab, um selig zu schlummern. Das hat dann aber nicht funktioniert. Ich fing an zu kichern. Ich fing an zu lachen. Denn plötzlich sah ich sie vor mir: Frau Hackbrettl, total verwirrt, die Arme.

Ich stelle euch also die Frage: Welche Farbe hat dieses Kleid und bin gespannt auf eure kreativen Wortschöpfungen, wie die Farbe heißen könnte! 😀

Schenk dir richtiges Material und du malst wie von selbst …

Edgar Allan Poe Cartoon Karikatur

Der arme Arsch …

Liebe Freunde und Feinde!

Ich bin kein Fetischist. Wirklich. Neue Schuhe sind total überbewertet und ich kann auch eine Woche lang Kartoffeln aus dem Sonderangebot essen, find ich lecker. Aber beim Material zum Malen zu sparen, ist der größte Fehler, den du machen kannst. Warum?

Vielleicht ist dir das auch schon passiert. Du siehst ein Bild, das dich so fasziniert, dass du unbedingt in dem Stil ein eigenes Motiv ausprobieren willst oder du schaust dir ein Tutorial an und bist völlig beflügelt, weil du denkst „Ich hab’s kapiert, das kriege ich auch hin!“ Und dann kommt dir schlechtes Material in die Quere. Du versuchst es mit einem billigen Schulbleistift auf Computerpapier und wunderst dich, warum deine Zeichnung nicht diese geniale Perspektive und Tiefe bekommt wie die Vorlage. Oder du malst mit miesen Pinseln, die haaren wie der Dackel deiner Oma, und Wasserfarben ein „Aquarell“ und wunderst dich, wieso dieser fiese Grauschleier auf deinem Bild liegt und einfach nicht verschwindet.

Und was passiert dann? Die Motivation rutscht in den Keller, du fühlst dich wie der letzte Volltrottel und versteckst dein Bild im Mülleimer ganz unten, damit auch ja niemand fragt: „Oh, zeig mal, was du gemalt hast!“ Dein Gehirn legt die Erfahrung in den Eingangskorb mit der Aufschrift „Lass es besser!“ und du guckst lieber Fernsehen. Das ist besser als Malen.

Ich selber hab lange den Fehler gemacht, an der Grundierung zu sparen. Ich dachte, clever, hehe, ist doch Quatsch, die Grundierung sieht später ja eh keiner! Das war unglaublich schlau. Ich schmierte und schmierte, aber meine Pastelle wurden immer gruseliger. Ich rubbelte, bis das gute Pastellpapier sich auflöste und in Fusseln mit den Farben fusionierte, aber meine Farbverläufe waren eine Katastrophe. Bis zu dem Tag, als ich mir ein Fläschchen transparentes Gesso leistete.

Gesso ist eine Flüssiggrundierung, die vorwiegend für Leinwände verwendet wird, lässt sich aber auch auf viele andere Malgründe auftragen. Einmal ausprobiert war das eins dieser Erlebnisse, wo man sich vor die Stirn klatscht und denkt: Wieso hab ich das nicht viel früher ausprobiert?! Plötzlich gleiten die Pigmente so sanft über das Papier – atemberaubend. Ein Unterschied wie Schlittschuhlaufen mit oder ohne Eis.

Also – wenn du auch manchmal an deiner „Technik“ verzweifelst, könnte es am Material liegen. Und das fällt jetzt nicht unter die Kategorie „Wenn man nicht schwimmen kann, ist die Badehose schuld!“ Sicher, eine geniale Skizze aus der freien Hand kann man notfalls auch mit Kuli auf Küchenrolle anlegen, kein Problem. Aber für eine brillante Reinzeichnung solltest du dir gutes Material gönnen.

Und was genau ist jetzt „gutes“ Material?

Hier wird es wieder kniffelig. Denn das hängt von deinem Stil und deinen Lieblingstechniken ab. Je feiner dein Stil ist, umso geschmeidiger sollte das Material mitarbeiten. Um jetzt aber nicht dein Jahresgehalt im Künstlerbedarf auszugeben, solltest du klein anfangen und Materialien von verschiedenen Herstellern ausprobieren. Wenn du gerade erst anfängst, reicht es völlig aus, wenn du fünf Euro investierst und dir ein paar Bleistifte in verschiedenen Härtegraden kaufst und ausprobierst, wie sie sich auf unterschiedlichen Papieren verhalten.

Je mehr du zeichnest und malst, umso sicherer wird dein Gefühl dafür, welches Material zu dir passt. Ich persönlich habe es daher auch aufgegeben, große Packungen mit vielen Farben zu kaufen, wenn ich den Hersteller des Materials nur dem Namen nach kenne. Besser ist es, mit zwei oder drei Farbtönen anzufangen und diese wirklich auszuprobieren.

Du weißt, dass du „es“ gefunden hast, wenn du gar nicht mehr aufhören willst. So wie ich heute mit meinen Pastellkreiden auf der Gesso-Grundierung. Als ich die Karikatur von Edgar Allan’s Po gemalt habe, hatte ich das Gefühl, für den Rest meines Lebens Gehröcke aus dem neunzehnten Jahrhundert malen zu wollen. Grandioses Gefühl! Deshalb muss ich jetzt auch dringend weiter, ich hab da schon wieder eine Idee …