Der 3. Kreative Freitag: Ich kann nicht, wenn einer guckt!

Grafik 3. Kreativer Freitag

Jetzt habt ihr eine Nuss zu knacken!

Liebe Leser, Freunde des Kreativen Freitags und Neuankömmlinge!

Jahaaa, diese Woche sieht es fast aus, als wäre Frau Groka gemein zu euch. Sollt ihr jetzt alle etwa ein Selfie auf dem Klo zeichnen? Dann würde der Blog wohl von neugierigen Spannern überrannt, nur mitmachen würde keiner! 😉

Also, was will die Künstlerin jetzt damit sagen?

Diese Woche habe ich einen Artikel veröffentlicht über 7 böse Sätze, die unsere Kreativität ausbremsen. Ich war überwältigt von der Resonanz und hätte nie damit gerechnet, dass sich aus diesem Artikel so tolle Diskussionen entwickeln. Dabei ist mir aber auch nochmal klar geworden, dass wir alle – jeder auf seine Art – mit einem inneren Kritiker kämpfen. Der innere Kritiker ist das böse Stimmchen im Kopf, das uns immer sagt: Lass das besser, das kannst du doch gar nicht, du blamierst dich ja!

Ich zum Beispiel kann singen, wenn ich sicher bin, dass mich ganz bestimmt niemand hört. Dann macht es mir riesigen Spaß, mit meiner Stimme zu spielen. Aber wehe, jemand sagt: „Sing doch mal was vor!“ Dann fühle ich mich spontan wie eine Mischung aus stummem Fisch und krächzender Krähe. Mit dem Malen geht es mir übrigens genau so. Jedesmal, wenn ich ein Bild öffentliche zeige, läuft mein innerer Kritiker zur Hochform auf. Da stimmt doch der Schattenwurf gar nicht und überhaupt, das ist so schlampig ausgeführt, das müsstest du eigentlich nochmal machen! Setzen, sechs!

Der innere Kritiker ist wie der Lehrer, der hinter uns steht, wenn wir uns panisch über der Mathe-Arbeit quälen und den Spickzettel nicht rausziehen können, solange der da steht. Und dieser innere Kritiker ist ohne Witz die größte Spaßbremse, die mir je begegnet ist! Denn immer, wenn du etwas tun willst, was so richtig, also so richtig, Spaß macht und du dabei das Gefühl hast „Ich kann nicht, wenn einer guckt … “ , dann weißt du jetzt, wer eigentlich hinter dir steht!

Du willst endlich mal wieder barfuß über eine Wiese laufen? Das macht man nicht, außerdem könntest du dir einen Dorn eintreten oder eine Zecke kriegen, sei mal lieber vernünftig! Hast du dich als Kind auch so gern oben an einen Abhang gelegt und bist dann kichernd runtergerollt, bis die ganze Welt sich drehte? Das gibt Grasflecken in der Hose, und überhaupt, wie sieht das denn aus, wenn du das jetzt machst, die weisen dich doch ein. Wann bist du das letztemal gerannt, einfach nur, weil die Sonne schien und du vor Energie fast geplatzt bist?

Vernünftige Leute fahren vom Büro mit dem Auto nach Hause, ziehen sich teure Sportkleidung an und gehen dann mit verbissenem Gesichtsausdruck gesellschaftlich anerkannt joggen. Vernünftige Leute würden sich auch niiiemals kichernd mit bunten Stiften aufs Sofa setzen und ihren alten Mathelehrer als schnaufende Bulldogge zeichnen, um ihrem inneren Kritiker zu zeigen, wo er hingehört – nämlich an die Leine!

Sind wir vernünftige Leute? Nö! Haben wir ein Glück! 😀

Also, fragt euch, wann ihr nicht könnt, weil einer guckt! Sucht euren inneren Kritiker und schmiert, malt, kleckst, knippst, knetet, bastelt, tobt euch aus, um den dicken alten Schuft zu bannen. Ich bin jetzt schon ganz kribbelig vor Neugier, wie der innere Kritiker bei euch wohl ausieht! 🙂

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21 Gedanken zu “Der 3. Kreative Freitag: Ich kann nicht, wenn einer guckt!

    • ICH auch, Schnipseltippse, ich auch! Und seit wir gestern das Kleid von Frau Hackbrettl begutachtet haben, geht mir das Wort „Polyesterrobe“ einfach nicht mehr aus dem Kopf! Ich hatte schon ganz vergessen, dass ich darüber gebloggt habe, bis du mit deiner brutzelnden Oma um die Ecke kamst … Jetzt summe ich schon den ganzen Tag „Linkes Auge blau … “ Aber natürlich nur, wenn keiner guckt! 😉

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  1. Liebe Elisa,

    ich fürchte, ich werde diese Woche passen und nicht sichtbar kreativ werden mit dem Thema.

    Es hat aber durchs Nachdenken bei mir einiges in Gang gebracht, womit ich heute durchaus kreativ geworden bin und das hat richtig Spaß gemacht. Ich hab quasi all die verinnerlichten, sich negativ auswirkenden Stimmen, die von verschiedenen Bezugspersonen stammen, mit ihren Aussagen aufgeschrieben und nach einer Zeitspanne alles nochmal vorgenommen, jede einzelne Aussage aufgeschrieben und eine innere Gegenstimme dazu reden lassen und das daneben geschrieben. Für jede Aussage gabs ein ganzes Blatt, falls ich da in nächster Zeit noch was dazu zu sagen habe 😆
    Mit jedem Satz wurde die Gegenstimme dreister und kräftiger, ich war selbst ganz überrascht, was da zum Vorschein kam. Und wie die Kraft, die zu meinem Wohle sprach, stärker wurde.

    Hat sich angefühlt wie eine kleine Eigentherapie, die manchmal viel wirkungsvoller ist als eine mit einer anderen Person. Hab ja selbst genug in mir ;).
    Darum ganz herzlichen Dank für dieses Thema, bei dem ich zunächst dachte: Innerer Kritiker? Ach, der hat bei mir schon lang nix mehr zu sagen. Hat sich gut getarnt und entpuppte sich – um mit deinen Worten zu sprechen – als immerhin kleine Halle 😉

    Ganz liebe Grüße und eine feine Woche 🐻
    Marion

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    • Hu ihr Lieben,
      ich habe mit diesem Thema auch so meine Probleme, vor allem da ich die Verbindung vom „schämen“ zu meinem inneren Kritiker nicht (mehr) so ganz besitze.
      Ich glaube, der Abgrund in mir drinnen relativiert meine Kritiker ^^
      Seid ich mit dem Tod kämpfen durfte, geben meine Kritiker ruhe, und ich muss mich seid dem auch für nix und wieder nix mehr schämen 😉
      Heute „bin“ ich nur noch, mit allem was dazu gehört 😀

      Liebe Grüße euch allen, und ein schönes Wochenede wünsche ^^

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      • Liebe kewa,

        interessant, was du schreibst.
        Darf ich fragen, wie du den „Abgrund in dir drinnen“ meinst?

        Nur noch sein zu können ist ein guter Zustand, wenn man den für sich erreicht hat. Auch wenn niemand sich wünscht, dafür erst mit dem Tod Bekanntschaft zu machen.

        Ich wünsche dir auch ein schönes Wochenende ⭐

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        • Huhu und guten Morgen ihr Lieben,
          @Marion,
          es gibt da doch diesen Spruch „wenn du lange genug in den Abgrund blickst, blickt der Abgrund irgendwann in dich hinein“, …………. naja, ich habe wohl def. zu lange und zu tief geguckt, und den habe ich jetzt halt in mir, den, also meinen höchst persönlichen Abgrund.
          Früher hielt ich es mit meinen inneren Kritikern, und das waren nicht wenige, immer so, wenn sie zu nervig wurden, ab in den Topf und Deckel druff, kann Frau ja nicht ertragen, immer dieses Gemoser über alles und Jeden ………….. bis der Topf dann regelmäßig mal überkochte, und ich hinterher immer platt am Boden lag.
          Heute habe ich meinen Abgrund, mein Loch im Bauch, bodenlos und richtig tief, und da dürfen sich meine inneren Kritiker erst so richtig schön „auskotzen“, ………. bis sie dann selbst den tritt hinein bekommen.

          Hallo? Ich lebe doch einfach nur mein kleines bescheidenes Leben, und das lasse ich mir heute doch nicht mehr durch Stimmen aus dem Off kaputt labern. Nope, diese Zeiten der blöden weil überflüssigen Unsicherheit sind def. vorbei.

          Und @Elisa,
          Recht hast du, denn heute schmeckt mein Gartenkaffee am Morgen soooooo gut, und kein innerer Kritiker, manche nennen ihn auch Schweinehund o.ä. nervt mich mehr, denn heute „bin“ ich, und ich bin froh drum 😉
          Und Päckchen tragen doch viele Leute mit sich herum, der Unterschied ist doch nur der, sich und sein Leben davon nicht bestimmen zu lassen.

          Das Leben ist schön, genießt die kleinen Dinge, denn diese geben euch Freude, und diese Freude weiter zu geben, DAS ist (auch meine) Erfüllung ^^

          Liebe Grüße und einen schönen Sonntag wünsche ^^

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      • Liebe Kerstin,

        von dir ebenfalls so ein Power-Statement, ihr Frauen hier im Blog haut mich echt um, ihr seid wundervoll! 😉

        Und auch zu dir: Man muss ja nicht immer malen, um ein eindrucksvolles Bild abzugeben! 🙂
        Ich hab ja jetzt schon nicht nur hier, sondern auch auf deinen Blogs und auf Google+ viele Bilder von dir gesehen, und was mir bei deinen Bildern immer auffällt, sind eine wilde Kraft, Lebensfreude und eine kindlich-schöne Verspieltheit, einfach eine starke Ausstrahlung. Und ich weiß, dass Fotos am Monitor immer nur halb so stark wirken wie das Original!

        Und meine Lebenserfahrung sagt mir, dass diese „vordergründig“ fröhlichen und extrovertierten Menschen wie du immer eine tiefe Geschichte haben und das Leben auch schon ganz anders kennengelernt haben!

        Umso schöner ist es, dass du da bist, in diesem Blog und auf der Welt!

        Genieß die erste Frühlingssonne am Wochenende und freu dich einfach mal ganz stolz über die vielen farbenfrohen Bilder, die du schon gemalt hast und noch malen wirst!

        Liebe Grüße,

        Elisa

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      • kewa ist Kerstin, okay. Also: Hallo Kerstin,
        das mit dem Loch in dir drin – auch noch im Bauch – ist mir immer noch nicht so ganz klar, aber ich kann es ungefähr nachvollziehen, wie es sich für dich darstellt. Und mehr muss ich im Moment auch nicht wissen. Manches muss man selbst erleben, um es eins zu eins zu verstehen.

        Ich wünsch dir einen wunderschönen Sonntag und freu mich auf die nächste Begegnung.

        Marion

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    • Liebe Marion!

      Ich bin wirklich richtig bewegt, was du mit dem Thema alles erlebt hast und freue mich riesig, dass du deinen inneren Kritikern mal so richtig deine positiven Stärken zeigen konntest! Man muss ja auch nicht immer etwas „zeigen“, man muss manchmal noch nicht mal „malen“, um kreativ zu werden, wie du dir ja selbst eindrucksvoll bewiesen hast, oder besser: nicht so malen, wie man sich malen in der Regel vorstellt!

      Du hast ja die ganzen gegensätzlichen Stimmen zu einem Bild werden lassen und kannst jetzt klarer sehen, welche Anteile deiner Persönlichkeit welche Bedürfnisse haben, das ist toll!

      Ich bin wirklich beeindruckt, wie kreativ du dieses Thema für dich umgesetzt hast und freue mich sehr, dass du diese doch sehr persönliche Erfahrung hier mit uns teilst, vielen Dank dafür!

      Ganz liebe Grüße,

      Elisa

      Gefällt 1 Person

      • Liebe Elisa,

        ganz herzlichen Dank für deine bewegte Rückmeldung :). Du bist die, die etwas bewegt mit deinem Kreativkick. Und wenn du dabei auch bewegt wirst, umso schöner.

        Wünsch dir ein sonnig feines Wochenende ❤
        Marion

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  2. Ich find’s ziemlich erstaunlich, was sich hier so alles tut… 🙂
    Das hätt ich nicht gedacht, dass „die Künste“ auch bewegen.
    Eher pragmatisch denkend, ging der Künstler in mir mal „futsch“. Was ich heute alles tue, ist nicht kreativ, sondern Handarbeit… 😉 (sagt mein innerer Kritiker)

    Ich glaube eigentlich, dass Menschsein gar nicht geht, ohne kreativ zu sein. Aber warum ich mir das selbst abspreche? Kunst machen andere, aber ICH?

    Tja, Elisa. Schön hier zu sein und mal was an anderer Stelle aufgedröselt zu bekommen!

    Dein Thema: Ich hoffe es wohl irgendwie hinzukriegen. Ich weiss nur noch nicht wie diese Lösung ausschauen wird……ich wart mal ab und lass mich musen.. 😉

    LG Iwan

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  3. Liebe Elisa
    mittlerweile bin ich fertig geworden. Es ist eine Collage mit Text.
    Aber, nun habe ich gemerkt, dass ich es nicht veröffentlichen möchte, es ist mir zu persönlich geraten.. 😉 Da würde ich mich zu nackig fühlen…
    LG Iwan

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    • Hey Iwan!

      Willkommen im Club derer, die sich diese Woche einfach mal still mit ihrem persönlichen „Einmachglas“ hingesetzt haben, um dann erstaunt festzustellen, was da alles so drin ist! Aber ich kann es nur immer wieder sagen: Ihr könnt ungekämmt und in eurem ollen Lieblingsfrotteebademantel hier durch den Blog laufen, aber nackt fühlen soll sich wirklich niemand, weil er meint, was zeigen zu müssen. Ihr seid alle total klasse, so wie ihr seid! 🙂

      Liebe Grüße,

      Elisa

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  4. Also der 3. Freitag ist ja nun schon lange rum ums Eck, aber ich MUSS dazu noch was loswerden.
    Ich schreibe gerne und ich weiß, dass ich es kann. Insofern kein innerer Kritiker. Aber sobald jemand neben mir steht oder auch nur im Raum ist – und dann vielleicht noch so ne unlustige oder beobachtende Ausstrahlung hat, am Ende noch anmerkt, ob ich „nix im Haushalt zu tun hätte“, dann … Also, dann kann ich nicht. Dann knallt der Rolladen in meinem Gehirn mit Macht herunter und es ist zu. Hätte ich doch eine Wasserpistole, mit der ich mir den Weg freispritzen könnte, ich würde mich nicht zurückhalten, sie einzusetzen.
    Ich hab für mich bisher da nur die Lösung gefunden, auf freie Zeiten zu warten. Aber dann wird aufgeholt.
    LG
    Sybille

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    • Huhu Sybille, hmmmm, den Satz „hast du nix im HH zu tun?“, da kommt bei mir nicht nur der Rolladen runter, sondern oft auch die Galle hoch ^^
      Ich bin ja Rebell, und gucke mich dann immer ganz theatralisch um „stimmt, du hast es ja sooooo schlecht, nix zu beissen, keine Wäsche, und überall Dreck, voll der Messihaushalt hier“, dann ist meist Ruh ^^
      Ich bin doch erwachsen, und noch (!!) bin ich wohl in der Lage, mir meine Zeit selbstständig ein zu teilen, und wenn etwas „raus“ muss, bleibt halt auch mal nen Tag lang etwas anderes liegen.
      Ist doch nix dabei. Ich bin halt ein kreativer Mensch, und das auch im HH ^^
      Liebe Grüße ^^

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